Alles musste ganz schnell gehen, denn mein Taunus wollte nicht mehr und es musste dringend etwas Neues her. Ich sah mir den Granada Coupé an und er machte einen guten Eindruck. Die Probefahrt war auch ok, die Bremsen mache ich noch, kein Problem. Der Preis war etwas hoch, aber egal, ich brauchte dringend einen fahrbaren Untersatz. Ich zahle bar und ihr fahrt mir den Wagen vor die Tür. Kein Problem. Schlüsselübergabe, Unterschrift – Abfahrt, Jungs.
Die Instandsetzung des Granada
Da stand er. Das neue Projekt. Drei Liter V6, eine geleckte Innenausstattung und eigentlich eine gute Substanz. Trotzdem musste einiges gemacht werden, denn eins hat er noch nicht: TÜV. Und da er jahrelang auf 07er-Nummer gefahren wurde, musste er für eine Neuabnahme fertig gemacht werden. Das ist wieder ein anderer Schnack. Schnell in die Schraubenhalle mit Kurzeitkennzeichen. Bremsseil machen, Löcher schweißen, packt alle mit an! Hier noch das tropfende Öl weggemacht, da die Hupe wieder installiert und ab zum TÜV. Durchgefallen. Der Mängelbericht war länger als Luthers Thesen, also wieder zurück in die Schraubenhalle. Los! Anpacken! Alles fertig und diesmal ging es mit dem TÜV. Ab auf die Straße. Los!
Die erste Ausfahrt mit dem Granada
Er fuhr sich butterweich und die 4-Gang-Schaltung war empfindlich aber wirkungsvoll. Es ging alles gut. Nichts war. Bis auf den lauen Herbstnachmittag: A7 Flensburg – Hamburg. Die Autobahn war leer und bei entspannten 150 und Fatboy Slim im Radio glitt ich dahin. BUMM! Der Gang springt raus, die Konsole schlägt um sich! Tempo runter, Gas ist nicht mehr, rechts ran! Wie sich in der Garage meines Vaters herausstellte, ist ein Kolben abgerissen. Abgerissen. Sowas hab ich noch nicht gesehen.
Ein neuer Motor wurde eingebaut – ein 2.8l V6. Dazu gepflegte fünf Gänge und neue Hoffnungen. Doch es sollte wieder mal alles anders kommen.
Ein Freund rief mich an: “Dein Auto! Da ist jemand reingefahren!!! Alles kaputt!!!” Ich hin, ein Sattelschlepper war in mein parkendes Auto gefahren. Hinten rechts. Es ist einiges eingedrückt. Fahrer gesteht, Versicherung zahlt und ich bin am gleichen Tag noch 500 km gefahren. Ohne Probleme. Das sind die schönen Seiten.
Trotz so vieler gemeinsamer Momente entstand nie eine richtige Liebe. Nur Akzeptanz und eine gute Freundschaft. Vielleicht auch ein Grund für den schnellen Abschied …